A-1150 Wien
Schwendermarkt
Diplomarbeit Juni 2012 “mercatus hortorum”
an der Universität für angewandte Kunst Wien

 


Der Schwendermarkt und das Haus der Begegnung liegen im 15. Wiener Gemeindebezirk – Rudolfsheim-Fünfhaus.

Der Ort befindet sich an der belebten Stadtachse Mariahilferstraße, welche den Ring mit dem Vorgarten von Schönbrunn (heute: Auer-Welsbach – Park) verbindet.

Das Quartier öffnet sich hier von der urbanen Struktur der Metropole zu den grünen Außenbezirken.

Die Besonderheit des Quartiers ist seine internationale Durchmischung. Dem Reichtum an kultureller Vielfalt soll ein Ort gegeben werden der diesen demonstriert und zur Kommunikation zwischen den ethnischen Gruppen führt.

Beide Orte, die Marktfläche wie das Haus der Begegnung, sollen aufgrund ihres Potenzials in Bezug auf Kommunikation, visuell wie funktional verbunden werden.

Durch das Erlernen und Weitergeben von gärtnerischen Wissen werden Brücken über kulturelle Grenzen hinweg geschlagen. Sprachbarrieren können durch das praktische Vorzeigen übergangen werden.

 

Die Flachdächer des Hauses der Begegnung werden mit Glashäusern ausgestattet und zu einem Gemeinschaftsgarten umfunktioniert.

Nachhaltige biologische Landwirtschaft in der Stadt, die ohne Geldmittel auskommt, ist als politisches Statement zur Ernährungssituation und zu der heutigen Marktwirtschaft und ihrer sozialen Verträglichkeit zu verstehen.

 

Der Lift bringt die überschüssigen Pflanzen, welche in den Glashäusern keinen Platz mehr finden, vom Haus der Begegnung zu den Menschen am Markt. Die GärtnerInnen des Mercatus hortorum bekommen eine sinnvolle Aufgabe in ihrem sozialen Umfeld.

“…Um die neuen Dimensionen von sozialer Ungleichheit pointiert zu erfassen, spricht die Soziologie heute von Exklusion. Registriert wird eine wachsende Zahl von Menschen, die sich nicht gebraucht fühlen, die wenig Wertschätzung erfahren und sich auch tendenziell gering schätzen. Sie sind nicht zu vergleichen mit den Angehörigen der traditionellenArbeitermilleus, die zwar benachteiligt waren, die aber ihren Platz in der Gesellschaft hatten – und die Option auf einen Aufstieg. Den Exkludierten von heute scheint der Zugang zu den Ressourcen dieser Gesellschaft verwehrt….”   (Christa Müller 2009:119)

 

Am Markt werden die Pflanzen den Guerilla Gardeners kostenlos zur Verfügung gestellt. Er dient somit als Munitionslager für die Bepflanzung der städtischen Restflächen. Außerdem soll der Mercatus zu einer “Startup – Hilfe” für Gemeinschaftsgärten werden.

 

 

Ziel ist es, daß sich in der Nachbarschaft Hinterhofgärten bilden, welche sich über den Mercatus hortrum verbinden. Diese sollen ebenfalls Basis für weitere Projekte werden. Diese aufgezeigte Aneignungsmöglichkeit fördert die Aufmerksamkeit und das Interesse an der Umwelt. Kleinstgärten ob von einer Familie oder einem Hausverband betrieben würden zu einer optischen und vor Allem zu einer sozialen Bereicherung im Quartier führen.